Fiche de révision : Europäische Integration und deutsch-französische Versöhnung

📋 Kursübersicht

  1. Europäische Einigung nach 1950
  2. Europäische Integration im Kalten Krieg
  3. Deutsch-französische Beziehungen 1958 bis 1969
  4. Willy Brandts Ostpolitik
  5. Europa und deutsch-französische Zusammenarbeit
  6. Währungskrisen und institutionelle Vertiefung
  7. Schmidt und Giscard d'Estaing
  8. Herausforderungen der EG-Erweiterung
  9. Symbolik der Versöhnung

📖 1. Europäische Einigung nach 1950

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Schuman-Erklärung : Die Schuman-Erklärung ist die Rede vom 9. Mai 1950, die den Anstoß für die europäische Einigung durch konkrete supranationale Schritte gab.
  • EGKS : Die EGKS ist die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, die 1951 als erster Institutionenbau der Einigung entstand.
  • EVG : Die EVG ist der geplante europäische Verteidigungszusammenschluss, der 1954 scheiterte.
  • Verträge von Rom : Die Verträge von Rom sind 1957 geschlossene Grundlagen, aus denen die EWG und Euratom hervorgingen.
  • Erweiterung : Erweiterung bezeichnet den Beitritt neuer Mitgliedsstaaten zur EU.

📝 Wesentliche Punkte

  • Der europäische Aufbauprozess startet mit der Schuman-Rede am 9. Mai 1950.
  • 1951 entsteht mit der EGKS der erste konkrete Integrationsschritt.
  • 1954 gibt es keine EVG, weil der Verteidigungsvorschlag nicht umgesetzt wird.
  • 1957 schaffen die Verträge von Rom die EWG und Euratom als neue Gemeinschaften.

💡 Eselsbrücke

9.5.1950 Schuman → 1951 EGKS → 1954 EVG scheitert → 1957 Rom-Verträge: EWG + Euratom.

📖 2. Europäische Integration im Kalten Krieg

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Erweiterung der EG : Erweiterung ist der Beitritt neuer Mitgliedsstaaten zur Europäischen Gemeinschaft bzw. später zur EU.
  • Vertiefung der EG : Vertiefung bedeutet verstärkte Zusammenarbeit, bei der Staaten Zuständigkeiten an EU-Organe übertragen oder die Regierungszusammenarbeit intensivieren.
  • Bipolarisierung Europas : Bipolarisierung Europas bezeichnet die Teilung des Kontinents in zwei gegensätzliche Machtblöcke, die europäische Integration zugleich prägt und begrenzt.
  • Entspannung Europas : Entspannung ist eine Phase geringerer Ost-West-Spannung, die Handlungsspielräume für europäische Politik und Zusammenarbeit eröffnen kann.
  • Atlantizismus : Atlantizismus ist eine Sicherheitsorientierung, bei der die Verteidigung Europas eng an die USA und den Nordatlantikpakt gekoppelt wird.

📝 Wesentliche Punkte

  • 1951 gab es die EGKS, 1954 scheiterte die EVG, und 1957 folgten die Verträge von Rom mit EWG und Euratom.
  • Die Erweiterungen der EG liegen bei 1973, 1981 und 1986, zusätzlich wird 1989 als „stille Erweiterung“ genannt.
  • Vertiefung umfasst 1979 die Direktwahl des Europäischen Parlaments, 1985 das Schengener Abkommen und 1986 die Einheitliche Europäische Akte.
  • Im Währungsbereich wurde 1978 ein Europäisches Währungssystem (EWS) geschaffen und 1979 die ECU eingeführt.
  • Zwischen 1962 und 1975 wird Entspannung verortet, während Ende der 1970er wieder Spannungen auftreten (z.B. Afghanistan 1979).
  • Insgesamt wird gefragt, wie Bipolarisierung und multipolare Kontexte die Integration sowie Erfolge und Misserfolge der deutsch-französischen Beziehungen beeinflussen.

💡 Eselsbrücke

EWS/ECU-Merksatz: 1978 EWS, 1979 ECU.

📖 3. Deutsch-französische Beziehungen 1958 bis 1969

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Entspannungspolitik : Entspannungspolitik bezeichnet die Absicht, den Ost-West-Konflikt nicht durch ein Schlagwort zu lösen, sondern durch schrittweisen Ausgleich gegensätzlicher Interessen neue Grundlagen für Frieden zu schaffen.
  • Breschnew-Doktrin : Die Breschnew-Doktrin meint die Regel, dass Veränderungen in den Oststaaten nur möglich sind, wenn es dafür ein Einverständnis der UdSSR gibt.
  • Deutsch-Französischer Konsultationsmechanismus : Der Deutsch-Französische Konsultationsmechanismus ist das im Deutsch-Französischen Vertrag vorgesehene Verfahren zur Abstimmung, das sich in der Praxis bewährt hat.

📝 Wesentliche Punkte

  • Große Koalition (1966–1969) gilt als Beginn der Ostpolitik, gerät aber durch den Einmarsch der Roten Armee in die CSR (August 1968) unter starken Rückschlag.
  • Brandts Entspannungskonzept (Rede vor dem Europarat, 27.1.1967) verneint ein „Zauberwort“ und betont Ausgleich gegensätzlicher Ziele und Interessen sowie „kleine Schritte“ statt sofortiger Lösungen.
  • November 1968 macht die Breschnew-Doktrin deutlich, dass selbst DDR-Entwicklungen nur über ein Einverständnis mit der UdSSR erreichbar sind.
  • Frankreich zeigt der BRD wegen der Ostpolitik ein „gewisses Misstrauen“ und kühlt das deutsch-französische Verhältnis spürbar ab.
  • Zur EG-Erweiterung widersetzt sich Frankreich wiederholt dem Beitritt Großbritanniens (Veto-Rechte 1963 und 1967).
  • Nach dem Rücktritt de Gaulles (April 1969) wird die Politik mit Pompidou (ab Juni 1969) pragmatischer, was den Verhandlungen und der Weiterentwicklung der europäischen Einigung bis zum Gipfel von Den Haag (1.–2.12.1969)…

💡 Eselsbrücke

Zauberwort NEIN: Entspannung = Interessen ausgleichen, dann in kleinen Schritten statt großer Sofortlösungen.

📖 4. Willy Brandts Ostpolitik

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Ostpolitik : Politischer Kurs, der Entspannung und Aussöhnung gegenüber den Staaten Osteuropas anstrebt und zugleich eine Vorbereitung europäischer Friedensordnung verfolgt.
  • KSZE-Vorbereitung : Schrittweise Verwirklichungsmöglichkeit von Entspannung und Zusammenarbeit, die im Kontext der weltweiten wirtschaftlichen Schwierigkeiten mitgedacht wurde.
  • deutsch-französische Verständigung : Abgestimmte Haltung zwischen Bonn und Paris, die Ostpolitik unterstützt, zugleich aber in Teilen mit Misstönen und unterschiedlichen Ansichten belastet sein konnte.

📝 Wesentliche Punkte

  • 1968 galt als Rückschlagphase der Ostpolitik wegen Ereignissen wie dem August-Einmarsch der Roten Armee und im November der Breschnew-Doktrin.
  • Ab 1969 startete Brandt einen neuen Anlauf der Ostpolitik, getragen von Versöhnungsbereitschaft und der Anerkennung von Lage und Grenzen der Nachkriegszeit.
  • Frankreich reagierte auf die Ostpolitik zwiespältig, unter anderem wegen Befürchtungen über eine mögliche langfristige Dominanz Deutschlands und einer gleichzeitigen deutsch-sowjetischen Verständigung.
  • Brandt verband die Ostpolitik ausdrücklich mit der westlichen Politik und formulierte: Die Ostpolitik beginne im Westen, wobei Frankreich und Deutschland im Kern darin übereinstimmen sollten.
  • Trotz anfänglicher Misstöne verbesserte sich die Entwicklung nach 1969 schrittweise, insbesondere nach dem Rücktritt de Gaulles 1969, während die Vorbereitung der KSZE weiter an Bedeutung gewann.

💡 Eselsbrücke

Ostpolitik = Frieden nach Osten, Start im Westen.

📖 5. Europa und deutsch-französische Zusammenarbeit

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Konsultationsmechanismus des Deutsch-Französischen Vertrags : Der Konsultationsmechanismus ist ein vertraglich verankerter Mechanismus für regelmäßige Abstimmung, der sich in der bilateralen Zusammenarbeit bewährt hat.
  • Politik der Entspannung und Aussöhnung : Die Politik der Entspannung und Aussöhnung zielt auf Annäherung gegenüber den Völkern Osteuropas und die Vorbereitung einer europäischen Friedensordnung.
  • Entente exemplaire : Die Entente exemplaire bezeichnet die deutsch-französische Verständigungsachse als prägenden Motor der europäischen Gemeinschaft.
  • Europäischer Rat : Der Europäische Rat ist ein diplomatisches Instrument, das die regelmäßige Regierungszusammenarbeit bündelt und Grundentscheidungen zur Integration koordiniert.

📝 Wesentliche Punkte

  • Willy Brandt nennt als zusammenhängende Aufgaben: bilaterale Intensivierung über den bewährten Konsultationsmechanismus, gemeinsame Arbeit am Aufbau Europas sowie Entspannung/Aussöhnung gegenüber Osteuropa als…
  • Brandt verknüpft die deutsch-französische Verständigung mit europäischer Integration in doppelter Richtung Ouest-Est und Est-Ouest und bindet die alliierte Verantwortung für Berlin sowie Deutschland als Ganzes in alle…
  • Als Folge der Pariser Gipfelkonferenz am 9.-10. Dezember 1974 wird die unregelmäßige Gipfelform durch den regelmäßigen Europäischen Rat ersetzt, der die politischen Entscheidungen der Gemeinschaft bündelt.
  • Im Gegenzug stimmt Frankreich der allgemeinen Direktwahl des Europäischen Parlaments zu, ohne die noch stark begrenzten Befugnisse des Parlaments wesentlich auszudehnen.
  • Das Europäische Währungssystem wird am 13. März 1979 eingeführt, mit der ECU als Neuerung; das Vereinigte Königreich ist dabei nicht beteiligt.
  • Der Europäische Rat erklärt am 13. Juni 1980 (Erklärung von Venedig) das Recht auf Existenz und Sicherheit aller Staaten der Region einschließlich Israels und erkennt zugleich legitime Rechte des palästinensischen…

💡 Eselsbrücke

Brandt macht DuF zu einem „Vier-Aufgaben-Antrieb“: bilateral vertiefen → Europa bauen → Ost entschärfen → Friedensordnung vorbereiten.

📖 6. Währungskrisen und institutionelle Vertiefung

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Europäisches Währungssystem : Das Europäische Währungssystem ist der gemeinsame Währungsrahmen zur Stabilisierung der Wechselkurse in Europa und zur Förderung wirtschaftlicher Konvergenz.
  • Europäische Währungseinheit ECU : Die ECU ist die eingeführte europäische Währungseinheit innerhalb des EWS, um Wechselkurse und Zusammenarbeit zu strukturieren.
  • Einheitliche Europäische Akte EEA : Die Einheitliche Europäische Akte schafft eine offizielle Rechtsgrundlage und definiert den Europäischen Rat als Organ mit verbindlichen Leitlinien.
  • Allgemeine Direktwahl des Europäischen Parlaments : Die allgemeine Direktwahl ist die Zustimmung Frankreichs zu einer direkten Wahl des Europäischen Parlaments, die den gemeinschaftlichen Charakter stärkt.

📝 Wesentliche Punkte

  • Bei der Pariser Gipfelkonferenz (9.-10. Dezember 1974) wurde der Europäische Rat als regelmäßige Alternative zu unregelmäßigen Gipfeln geschaffen und soll grundlegende politische Entscheidungen treffen.
  • Der Europäische Rat sollte dreimal jährlich zusammentreten und bei Bedarf in Begleitung der Außenminister arbeiten, wobei er kein Organ im engeren Sinn ist.
  • Im Gegenzug stimmte Frankreich der allgemeinen Direktwahl des Europäischen Parlaments zu, ohne dass dadurch die noch stark begrenzten Befugnisse des Parlaments ausgedehnt wurden.
  • Mit der Einheitlichen Europäischen Akte (Februar 1986) erhielt der Europäische Rat eine offizielle Rechtsgrundlage und wurde als Organ definiert, das Leitlinien für allgemeine Vorgaben und politische Zusammenarbeit…
  • Die Währungskrise führte zu Abwertung des französischen Francs, Aufwertung der Deutschen Mark und zum Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems, wodurch europäische Märkte destabilisiert wurden.
  • Das EWS wurde am 13. März 1979 eingeführt (ohne das Vereinigte Königreich) und brachte als Neuerung die ECU ein.

💡 Eselsbrücke

Rat 1974 = regelmäßig statt Gipfel; EEA 1986 = Recht als Organ; EWS 1979 = Stabilität mit ECU.

📖 7. Schmidt und Giscard d'Estaing

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • DuF-Tandem : DuF-Tandem : enge deutsch-französische Kooperation, die politische und wirtschaftliche Initiativen vorantreibt.
  • Europäischer Rat von Fontainebleau : Europäischer Rat von Fontainebleau : Gipfeltreffen vom 25.-26. Juni 1984, auf dem Beschlüsse zur Haushalts- und Agrarreform die Blockade der Gemeinschaften lösen sollten.
  • Einheitliche Europäische Akte : Einheitliche Europäische Akte : Vertragspaket, das den Weg für den Binnenmarkt mit „Raum ohne Binnengrenzen“ in Richtung 1992/1993 festlegt.
  • DuF-Verteidigungsrat : DuF-Verteidigungsrat : 1988 eingeführte deutsch-französische Abstimmungsstruktur im Sicherheits- und Verteidigungsbereich als Schritt zu mehr europäischer Handlungsfähigkeit.

📝 Wesentliche Punkte

  • Am 25.-26. Juni 1984 verabschiedete der Europäische Rat von Fontainebleau Maßnahmen für Haushalt und Reform der Agrarpolitik, um die Blockade der Gemeinschaften zu lösen.
  • Am 22. September 1984 inszenierten François Mitterrand und Helmut Kohl einen Versöhnungsakt in Verdun, bei dem beide Staatsmänner Hand in Hand Marseillaise und Hymne nach der Zeremonie hören.
  • Die Einheitliche Europäische Akte wurde am 17. und 28. Februar 1986 unterzeichnet und zielt auf die Eröffnung des Binnenmarkts bis 1992 sowie die Vollendung bis 1993.
  • Der Binnenmarkt ist als „Raum ohne Binnengrenzen“ mit den vier Freiheiten für Kapital, Waren, Dienstleistungen und Personen konzipiert.
  • Am 22. Januar 1988 wird auf Vorschlag von Bundeskanzler Kohl ein deutsch-französischer Verteidigungsrat geschaffen und zuvor/parallel eine gemischte deutsch-französische Brigade vorbereitet.
  • Im Sicherheits- und Verteidigungsbereich gab es trotz Annäherung weiterhin Differenzen, etwa zur Einbindung deutscher nuklearpolitischer Strategie und zur Frage, ob man sich von der NATO lösen will.

📖 8. Herausforderungen der EG-Erweiterung

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Europäische Währungsunion (WWU) : Die Europäische Währungsunion ist der Aufbau einer gemeinsamen Währungsordnung, der zur Vertiefung der Integration für die anstehende Erweiterung nötig sein soll.
  • Politische Union : Die Politische Union ist die zusätzliche politische Vertiefung, die als Voraussetzung gesehen wird, damit die Integration im Anschluss an die deutsche Wiedervereinigung dauerhaft funktioniert.
  • Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) : Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik ist ein zentraler Politikbereich, für den im Rahmen der politischen Vertiefung klare Zuständigkeiten und Bereiche festgelegt werden sollen.
  • Vertrag über die Europäische Union (Maastricht) : Der Vertrag über die Europäische Union ist der Vertragsabschluss, der den zuvor diplomatisch vorbereiteten Integrationsprozess zur EU verbindlich beendet.

📝 Wesentliche Punkte

  • Der Europäische Rat von Straßburg (8.-9. Dezember 1989) billigt die Wiedervereinigung Deutschlands nur unter demokratischen Bedingungen sowie unter Wahrung der Abkommen, Verträge und Helsinki-Grundsätze.
  • Für den internationalen Status Deutschlands braucht es das Einverständnis der vier ehemaligen alliierten Mächte; zugleich betonen wichtige Akteure, dass das wiedervereinigte Deutschland in der NATO verbleibt.
  • Der 2+4-Vertrag vom 12.09.1990 schafft die Grundlage für den „Weg zur Wiedervereinigung“ und markiert den Abschuss von zentralen außenpolitischen Voraussetzungen.
  • Für die erfolgreiche Eingliederung des wiedervereinigten Deutschlands gilt die Stärkung der Gemeinschaft als unerlässlich, konkret durch eine Wirtschafts- und Währungsunion und eine Politische Union zur Europäischen…
  • Am 19. April 1990 regen Kohl und Mitterrand eine Regierungskonferenz zur Politischen Union an; am 7. Februar 1992 wird der EU-Vertrag in Maastricht unterzeichnet, wodurch der Prozess abgeschlossen ist.

💡 Eselsbrücke

2+4 öffnet den Weg zur Einheit, Maastricht (7.2.1992) macht aus dem Europa die passende EU-Struktur.

📖 9. Symbolik der Versöhnung

🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Militärparade in Reims-Mourmelon : Eine gemeinschaftliche Militärparade von Adenauer und de Gaulle, die die Bundesrepublik aufwerten und zugleich ein neues Kapitel deutsch-französischer Zusammenarbeit symbolisieren sollte.
  • Gemeinsame Messe in Reims 1962 : Ein gemeinsames Gottesdienstereignis von de Gaulle und Adenauer, dessen kirchlicher Rahmen als öffentliches Zeichen von Versöhnung stark medial wirkte.
  • Kohl-Besuch in Verdun 1984 : Ein inszenierter Besuch Kohls an deutschen Soldatengräbern bei Consenvoye, der Versöhnungsgesten mit der Umdeutung des Verdun-Mythos verbinden sollte.
  • Douaumont-Friedhof mit weißen Kreuzen : Ein Besuch der beiden Staatschefs auf dem französischen Soldatenfriedhof bei Douaumont, der durch die Gestaltung der Kreuze sichtbare Symbolwirkung entfalten sollte.

📝 Wesentliche Punkte

  • Die deutsch-französische Militärparade fand auf dem Truppenübungsplatz in Mourmelon bei Reims statt und galt als Novum sowie Aufwertung der Bundesrepublik.
  • Die gemeinsame Messe in der Kathedrale von Reims wurde im Juli 1962 gefeiert und stützte die Symbolik, weil dort zuvor französische Könige gesalbt und gekrönt worden waren.
  • Die Kathedrale wurde im Ersten Weltkrieg durch deutsche Angriffe erheblich beschädigt, was viele Franzosen als Zeichen deutscher Barbarei deuteten.
  • Kohls Verdun-Besuch im Jahr 1984 dauerte nur vier Stunden und begann am Soldatenfriedhof Consenvoye nördlich von Verdun; die Grabkreuze dort sind schwarz.
  • Auf dem großen Soldatenfriedhof bei Douaumont sind die Kreuze weiß, und Kohls Gesamtbesuch sollte Verdun vom Feindschaftssymbol zu Freundschaft und Versöhnung umdeuten.
  • Bis nach Verdun kamen deutsche Truppen 1916 nicht; zudem besuchte Kohl selbst nicht das Städtchen Verdun, was ebenfalls als Symbol gelesen wurde.

💡 Eselsbrücke

Reims (1962 Messe) = Krönungsort; Verdun (1984) = von schwarz/Feindschaft zu weiß/Freundschaft umgedeutet.

📅 Wichtige Daten

DatumEreignis
9. Mai 1950Schuman-Rede als Start der europäischen Einigung
1951Gründung der EGKS
1954keine EVG (Verteidigungsvorschlag scheitert)
1957Verträge von Rom (EWG und Euratom)
1973Erweiterung der EG (Beitritte werden genannt)
19791979 als Zeitpunkt der Direktwahl des Europäischen Parlaments (Vertiefung) sowie Einführung ECU bezogen auf EWS (vgl. 13. März 1979 im Material)
1985Schengener Abkommen (Vertiefung)
1986Einheitliche Europäische Akte (EEA) bzw. Süderweiterung wird genannt
9.-10. Dezember 1974Pariser Gipfelkonferenz; Europäischer Rat wird als regelmäßige Alternative ersetzt/ersetzt unregelmäßige Gipfel
13. März 1979Einführung des Europäischen Währungssystems (EWS) mit ECU

📊 Übersichtstabellen

Erweiterung vs. Vertiefung

BegriffKernideeFolge im Integrationsprozess
ErweiterungBeitritt neuer Mitgliedsstaaten zur EUZuwachs an Mitgliedern (EG→EU)
Vertiefungverstärkte/ intensivere Zusammenarbeit, Zuständigkeiten an EU-Organe übertragen oder Regierungszusammenarbeit…mehr Integration durch gemeinsame Politik/Institutionen

⚠️ Häufige Fehler & Verwechslungen

  1. EGKS mit EWG verwechseln: EGKS steht für den Schritt ab 1951, die EWG entsteht erst aus den Verträgen von 1957.
  2. 1954 fälschlich denken, es habe eine EVG gegeben: im Material heißt es ausdrücklich „keine EVG“ bzw. Scheitern 1954.
  3. Vertiefung mit Erweiterung verwechseln: Erweiterung sind Beitritte (z.B. 1973/1981/1986), Vertiefung sind konkrete Kooperations- und Institutionenschritte (z.B. 1979, 1985, 1986).
  4. EWS vs. ECU durcheinanderbringen: EWS wird am 13. März 1979 eingeführt und die ECU als Neuerung dabei genannt.
  5. Europäischer Rat falsch einordnen: er ist nach dem Material ein diplomatisches/ zwischenstaatliches Instrument, kein Organ, bis er 1986 mit der EEA eine offizielle Rechtsgrundlage erhält.
  6. Ostpolitik auf „nur“ Entspannung reduzieren: Brandt betont Ausgleich „in kleinen Schritten“ und verknüpft Ostpolitik mit westlicher Politik („beginne im Westen“).
  7. 2+4-Vertrag und Maastricht verwechseln: 2+4 steht für die Grundlage/den Weg zur Wiedervereinigung (12.09.1990), Maastricht für den EU-Vertragsabschluss (7. Februar 1992).

✅ Prüfungs-Checkliste

  1. Erkläre den europäischen Aufbauprozess nach 1950 anhand der Abfolge: 9. Mai 1950 Schuman → 1951 EGKS → 1954 keine EVG → 1957 Verträge von Rom (EWG und Euratom).
  2. Definiere Erweiterung und Vertiefung und ordne ihnen die im Material genannten Beispiele zu (z.B. Erweiterung 1973/1981/1986; Vertiefung 1979/1985/1986).
  3. Beschreibe die Kalten-Krieg-Einordnung der Integration: Begriffe Bipolarisierung/Entspannung/Atlantizismus und welche Spannungen Ende der 1970er wieder auftreten (z.B. Afghanistan 1979).
  4. Gib die Schritte der deutsch-französischen Ostpolitik bis 1969 wieder: Rückschlag durch August 1968 (Prager Frühling) und November 1968 (Breschnew-Doktrin) sowie Frankreichs Misstrauen gegenüber der BRD-Ostpolitik.
  5. Ermittle Brandts Kernaussage zur Entspannungspolitik von Januar 1967: kein „Zauberwort“, Ausgleich gegensätzlicher Ziele/Interessen, „kleine Schritte“ statt sofortiger Lösungen, plus Streben nach umfassendem Austausch.
  6. Erkläre, wie Brandt Ostpolitik mit europäischer Einigung verknüpft (Ost-West und Est-Ouest) und was laut Material damit gemeint ist („Ostpolitik beginne im Westen“ und müsse in westliche Politik integriert sein).
  7. Ordne die Institutionen-Vertiefung der 1970er korrekt zu: Pariser Gipfel 9.-10. Dezember 1974 (Europäischer Rat regelmäßiger statt unregelmäßig) und EEA/Februar 1986 (offizielle Rechtsgrundlage).
  8. Leite das EWS/ECU-Wissen ab: EWS am 13. März 1979 einführen, ECU als Neuerung; außerdem die wirtschaftliche Krise mit Abwertung französischer Franc und Aufwertung der Deutschen Mark sowie Bretton-Woods-Zusammenbruch.
  9. Nenne die DuF-Vertiefungsmarker der 1980er: Fontainebleau 25.-26. Juni 1984, Verdun 22. September 1984, EEA-Unterzeichnung 17. und 28. Februar 1986 sowie Verteidigungsrat/Brigade am 22. Januar 1988.
  10. Lege die Wiedervereinigung/Europapolitik zeitlich und sachlich fest: Fall der Mauer 9. November 1989, Europäischer Rat Straßburg 8.-9. Dezember 1989, 2+4-Vertrag 12.09.1990 und schließlich Maastri cht 7. Februar 1992…

Testez vos connaissances

Testez vos connaissances sur Europäische Integration und deutsch-französische Versöhnung avec 18 questions à choix multiples avec corrections détaillées.

1. Welches Ereignis gilt als der politische Startimpuls der europäischen Einigung nach 1950?

2. Welche Gemeinschaft entstand 1951 als erster konkreter Institutionenbau der europäischen Einigung?

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Mémorisez les concepts clés de Europäische Integration und deutsch-französische Versöhnung avec 18 flashcards interactives.

Europäische Einigung nach 1950 — Start?

Beginn mit der Schuman-Rede am 9. Mai 1950.

EGKS — Gründungsjahr?

1951.

EVG — Ergebnis 1954?

Scheitern des Verteidigungsplans.

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