📋 Kursübersicht
- Vegetatives Nervensystem
- Sympathikus und Parasympathikus
- Transmitter und Rezeptoren
- Klinische Fallbeispiele
- Zelluläre Erregbarkeit
- Gliazellen des ZNS
- Aufbau der Nervenzelle
- Axonaler Transport
- Rezeptorkanäle und Signalintegration
- Aktionspotenzial und Erregungsleitung
- Myelinisierung und klinische Relevanz
📖 1. Vegetatives Nervensystem
🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen
- Vegetatives Nervensystem : Das vegetative Nervensystem ist ein autonomer Anteil des Nervensystems, der unwillkürliche Funktionen innerer Organe steuert und so Homöostase unterstützt.
- Autonomes Nervensystem : Das autonome Nervensystem ist die vegetative Teilfunktion des peripheren Nervensystems mit übergeordneten Zentren im ZNS, die innere Organfunktionen regeln.
- Sympathikus : Der Sympathikus ist der vegetative Aktivierungszweig, der den Körper auf Leistung und Stressreaktionen ausrichtet.
- Parasympathikus : Der Parasympathikus ist der vegetative Erholungszweig, der Prozesse für Regeneration und „rest and digest“ fördert.
📝 Wesentliche Punkte
- Vegetatives Nervensystem steuert unwillkürliche Funktionen innerer Organe und trägt zur Aufrechterhaltung der Homöostase bei.
- Vegetatives Nervensystem gehört zum peripheren Nervensystem und besitzt übergeordnete Zentren im ZNS.
- Der Sympathikus erhöht im Vergleich zum Parasympathikus die Herzfrequenz und reduziert die GI-Motilität.
- Der Parasympathikus senkt die Herzfrequenz und steigert die GI-Motilität gegenüber dem Sympathikus.
- Am Auge führt Sympathikus zu Pupillendilatation (Mydriasis), Parasympathikus zu Pupillenkonstriktion (Miosis).
💡 Eselsbrücke
Sympathikus: „schnell“ (Herz ↑, Pupille weit, Bronchien weit) — Parasympathikus: „ruhig“ (Herz ↓, Pupille eng, Verdauung ↑).
📖 2. Sympathikus und Parasympathikus
🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen
- Adrenozeptoren : Adrenozeptoren sind G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, an die Adrenalin und Noradrenalin binden, mit den Subtypen α1, α2, β1, β2 und β3.
- Muskarinerge Cholinozeptoren : Muskarinerge Cholinozeptoren sind G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, die Acetylcholin binden und u. a. M1, M2, M3, M4 und M5 umfassen.
📝 Wesentliche Punkte
- Der Sympathikus erhöht die Herzfrequenz über β1 und die Kontraktilität, während der Parasympathikus die Herzfrequenz über M2 senkt.
- Am Auge bewirkt der Sympathikus Mydriasis durch Dilatation der Pupille, während der Parasympathikus Miosis durch Konstriktion auslöst.
- Im GI-Trakt senkt der Sympathikus die Motilität über α1, während der Parasympathikus die Motilität über M3 steigert.
- Im Fall einer Anaphylaxie (BP syst. 70 mmHg) führt Adrenalin i.m. zu Vasokonstriktion über α1, Bronchodilatation über β2 und Herzstimulation über β1.
- Atropin i.v. blockiert M2-Rezeptoren und hebt damit den Parasympathikus-Einfluss auf, was bei Bradykardie gezielt die Herzfrequenz erhöht.
💡 Eselsbrücke
Rezeptor-Logik: β1 treibt das Herz, α1 zieht die Gefäße zusammen, M2 bremst das Herz.
📖 3. Transmitter und Rezeptoren
🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen
- nACh-Rezeptoren : nACh-Rezeptoren sind Rezeptoren, die durch Acetylcholin aktiviert werden und ionotrope, ligandengesteuerte Ionenkanäle öffnen.
- Rezeptorkanäle : Rezeptorkanäle sind ionotrope Rezeptoren der postsynaptischen Membran, bei denen Transmitterbindung direkt die Kanalpore öffnet.
📝 Wesentliche Punkte
- Adrenozeptoren sind metabotrop und werden als G-Protein-gekoppelte Rezeptoren bezeichnet.
- nACh-Rezeptoren sind ionotrop und entsprechen ligandengesteuerten Ionenkanälen.
- Transmitterbindung an Rezeptorkanälen erzeugt ein postsynaptisches Potential, das je nach Transmitter entweder EPSP oder IPSP auslöst.
- Rezeptorkanäle liegen postsynaptisch und wirken durch direkte Ionenkanalöffnung innerhalb der Transmissionskette.
💡 Eselsbrücke
Metabotrop = G-Protein-Schalter, ionotrop = Ionpore-Öffner: nACh öffnet direkt Kanäle, Adrenozeptoren laufen über G-Proteine.
📖 4. Klinische Fallbeispiele
🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen
- Herpes-simplex-Infektion : Eine Herpes-simplex-Infektion kann nach anfänglichem Eintritt über Haut oder Schleimhaut durch retrograden axonalen Transport im Ganglion eine Latenzphase erreichen.
- Herpes labialis : Herpes labialis ist die klinische spätere Reaktivierung von im Ganglion latenten Herpes-simplex-Viren mit typischen Fieberbläschen.
- Tollwutvirus : Ein Tollwutvirus nutzt den Eintritt nach Biss in Muskelgewebe und gelangt dann über langsamen retrograden axonalen Transport zum ZNS.
📝 Wesentliche Punkte
- Beim Herpes-simplex-Virus erfolgt der Eintritt über Haut oder Schleimhaut und der retrograde Transport zum sensorischen Ganglion, z. B. Trigeminusganglion.
- Die Latenz im Ganglion erlaubt eine spätere Reaktivierung, die klinisch als Herpes labialis mit Fieberbläschen in Erscheinung tritt.
- Beim Tollwutvirus erfolgt der Eintritt über einen Biss in das Muskelgewebe, danach wird es in periphere Nerven aufgenommen und langsam retrograd in Richtung Rückenmark und Gehirn transportiert.
- Die langsame Wanderung des Tollwutvirus erklärt das Zeitfenster der Postexpositionsprophylaxe, in dem Tollwut-Immunglobulin im Notfall gegeben wird.
💡 Eselsbrücke
Retrograd = Virus fährt zurück ins „Ziel“ (Ganglion/ZNS): erst Latenz (HSV), dann langsame Reise mit PEP-Zeitfenster (Tollwut).
📖 5. Zelluläre Erregbarkeit
🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen
- Ionotroper Rezeptor : Ionotrope Rezeptoren sind Ligand-gesteuerte Rezeptoren, bei denen Transmitterbindung die Kanalpore direkt öffnet und ein graduiertes postsynaptisches Potential auslöst.
- Exzitatorischer Rezeptorkanal : Exzitatorische Rezeptorkanäle sind Ligand-gesteuerte Ionenkanäle, die über Na+-Einstrom bzw. K+-Zusammenwirken Depolarisation verursachen und so EPSP begünstigen.
- Inhibitorischer Rezeptorkanal : Inhibitorische Rezeptorkanäle sind Ligand-gesteuerte Ionenkanäle, die bei Cl--Durchlass Hemmung auslösen und Hyperpolarisation sowie IPSP fördern.
- Spannungsabhängiger Ionenkanal : Spannungsabhängige Ionenkanäle öffnen aufgrund der Membranspannung und sind entscheidend dafür, ob ein Aktionspotential entsteht und sich fortpflanzt.
- Schwellenpotential : Schwellenpotential ist der Spannungswert am Axonhügel, ab dem das Neuron ein Aktionspotential auslöst statt dass das Signal abklingt.
📝 Wesentliche Punkte
- Transmitterbindung an ionotropen Rezeptoren öffnet direkt die Kanalpore und erzeugt abhängig vom Transmitter ein EPSP oder IPSP.
- Exzitatorische Rezeptorkanäle lassen Ionenströme fließen, die eine Depolarisation bewirken.
- Inhibitorische Rezeptorkanäle öffnen Cl--Kanäle und erzeugen dadurch Hemmung mit Hyperpolarisation.
- Am Axonhügel liegt ein Schwellenpotential von ca. -55 mV an, das bei Erreichen ein Aktionspotential auslöst.
- Ein Aktionspotential wird durch Lokalströme weitergereicht: Depolarisation öffnet benachbarte Nav-Kanäle und führt zur Fortpflanzung.
- Nav-Inaktivierung stoppt den Na+-Einstrom in etwa 1 ms und erzeugt eine absolute Refraktärperiode, danach ermöglicht erst ein stärkerer Reiz ein neues AP.
💡 Eselsbrücke
Axonhügel schaltet bei -55 mV: erst Nav-Feuer, dann Nav-inaktiviert (≈1 ms) → erst später wieder startklar.
📖 6. Gliazellen des ZNS
📖 7. Aufbau der Nervenzelle
🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen
- Zellkörper Soma : Der Zellkörper enthält die biosynthetische Maschinerie und ist der Ausgangspunkt für Syntheseprozesse wie die Entstehung bestimmter Neuropeptide.
- Dendritischer Dorn Spine : Der dendritische Dorn ist eine postsynaptische Ausstülpung, in die bei NMDA-Aktivierung Ca2+ einströmt und Signalwege startet.
- Präsynaptische Endigung : Die präsynaptische Endigung ist der Endabschnitt des Axons, an dem Vesikel ihren Inhalt bei Aktivierung freisetzen.
- Neuromuskuläre Endplatte : Die neuromuskuläre Endplatte ist die synaptische Kontaktstelle zwischen Motoneuron und Muskel, die für die Aktivierung der Muskelkontraktion entscheidend ist.
📝 Wesentliche Punkte
- Bei Aktivierung gelangt Ca2+ in den dendritischen Dorn und bindet Calmodulin, wodurch die NO-Synthase aktiviert wird.
- β-Endorphin wird nach Synthese im Soma in Vesikeln verpackt und bei starker oder anhaltender Erregung durch Exozytose an der präsynaptischen Endigung freigesetzt.
- NO wirkt retrograd, indem es frei durch Membranen diffundiert und in der präsynaptischen Endigung die Guanylatzyklase aktiviert.
- Botulinumtoxin stört die Vesikel-Exozytose, weil es SNAP-25 oder Synaptobrevin spaltet, wodurch die neuromuskuläre Endplatte nicht aktiviert wird.
- MemoryHook
💡 Eselsbrücke
Spine- und Endigung-Kompass: Ca2+ macht im Dorn die Signalkette, NO und Vesikel gehen zur Endigung zurück bzw. werden dort freigesetzt.
📖 8. Axonaler Transport
🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen
- Axonaler Transport : Axonaler Transport ist der gerichtete Transport von zellulären Bestandteilen entlang des Axons, der für die Aufrechterhaltung der neuronalen Funktion nötig ist.
- Wallersche Degeneration : Wallersche Degeneration ist der nach einer Axondurchtrennung einsetzende Abbau des distalen Axonabschnitts inklusive Aufräumprozessen, typischerweise nach etwa 24 h.
- Transneuronale Degeneration : Transneuronale Degeneration ist der nach fehlender Innervation einsetzende Untergang verbundener Ziel- und Folgezellen, der retrograd und anterograd ausstrahlen kann.
📝 Wesentliche Punkte
- Bei Axotomie kommt es in Sekunden bis Minuten zur lokalen Depolarisation mit Ca²⁺-Überflutung an der Bruchstelle.
- Zwischen 1 und 6 Stunden verlangsamen oder verschwinden Aktionspotenziale distal, während sich proximal ein Wachstumskegel bildet.
- Nach etwa 24 Stunden setzt Myelinabbau und Axontrümmer-Clearance ein, was der Wallerschen Degeneration entspricht.
- Nach 48 bis 72 Stunden ist das distale Axon typischerweise vollständig abgebaut.
- Nach Tagen bis Wochen beginnt transneuronale Degeneration durch retrograde und anterograde Prozesse als Folge fehlender Innervation.
💡 Eselsbrücke
Sek-min Ca²⁺, 1–6 h Wachstumskegel/proximal, 24 h Aufräumen (Wallersche), 48–72 h distales Axon weg, Tage–Wochen transneuronale Degeneration.
📖 9. Rezeptorkanäle und Signalintegration
🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen
- Ionotrope Rezeptoren : Ionotrope Rezeptoren sind Rezeptoren, die die Signalübertragung über eine Rezeptor-abhängige Änderung der Ionenleitung vermitteln.
- Metabotrope Rezeptoren : Metabotrope Rezeptoren sind Rezeptoren, die Signale über zelluläre Signalwege weiterleiten und dadurch die Empfindlichkeit der Zelle steuern.
- Neuromodulation : Neuromodulation beschreibt eine zusätzliche, den synaptischen Effekt verändernde Signalsteuerung jenseits der klassischen schnellen Übertragung.
- Präsynaptische Hemmung : Präsynaptische Hemmung ist eine rückwirkende Kontrolle, bei der präsynaptische Mechanismen die Transmitterfreisetzung reduzieren.
- Bahnung : Bahnung ist eine verstärkende Beeinflussung der Signalübertragung, die präsynaptisch ansetzt und so Wirkung wahrscheinlicher macht.
📝 Wesentliche Punkte
- Ionotrope und metabotrope Rezeptoren werden strukturell und funktionell unterschieden.
- Die zentralen Neurotransmitter sind Glutamat, GABA, Glycin und Acetylcholin.
- Zu den behandelten Modulationsmechanismen zählen Neuromodulation, präsynaptische Hemmung und Bahnung.
📖 10. Aktionspotenzial und Erregungsleitung
🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen
- saltatorische Erregungsleitung : Die saltatorische Erregungsleitung ist eine schnelle Erregungsweiterleitung über myelinisierte Axone zwischen den Ranvier-Schnürungen.
- Membrankondensator : Der Membrankondensator beschreibt die Ladungsspeicherung der Axonmembran, die bei Verschiebungen der Erregbarkeit über den Stromfluss mitbestimmt.
- Axotomie : Axotomie ist die Durchtrennung eines Axons, die unmittelbar lokale Depolarisationen und nachfolgend Störungen der Erregungsleitung auslöst.
📝 Wesentliche Punkte
- Bei Demyelinisierung sinkt der Membranwiderstand (Rm) und steigt die Kapazität (Cm), wodurch es zu Stromverlust kommt und die Axon-Erregung ausfällt oder stark verlangsamt wird.
- Nach Demyelinisierung kann die Erregung 1) unterbrochen, 2) verlangsamt, 3) als Aktionspotenzial neu ausgebildet und 4) auf andere Nervenzellen „überspringen“.
- Bei Axotomie (sek-min) entstehen an der Bruchstelle durch Ca²⁺-Überflutung lokale Depolarisation und initial gestörte Erregungsleitung.
- Nach Axotomie erfolgt typischerweise nach 1–6 Stunden eine Verlangsamung bzw. ein Verschwinden der Aktionspotenziale distal bei gleichzeitigem Wachstumskegelforment proximal.
💡 Eselsbrücke
Rm ↓ / Cm ↑ → Stromverlust → AP-Ausfall oder Verlangsamung.
📖 11. Myelinisierung und klinische Relevanz
🔑 Schlüsselkonzepte & Definitionen
- Demyelinisierung : Demyelinisierung ist der Umbau oder Verlust von Myelinscheiden myelinisierter Axone, wodurch Erregungsleitung und -geschwindigkeit gestört werden.
- Myelin-abhängige Ionenkanalverteilung : Dabei liegen bei myelinisierten Axonen die Ionenkanäle überwiegend an den Ranvier-Schnürungen, während sie bei nicht-myelinisierten Axonen entlang der gesamten Membran verteilt sind.
📝 Wesentliche Punkte
- Myelinisiert sind die Ionenkanäle überwiegend an den Ranvier-Schnürungen, während bei nicht-myelinisierten Axonen die Kanaldichte entlang der gesamten Axonmembran hoch ist.
- Trotz Myelinisierung treten kleine Verlustströme auf, weil die Membran im Internodium umpolarisiert werden muss und Strom über einzelne Kanäle entweichen kann.
- Demyelinisierung senkt den Membranwiderstand und erhöht die Kapazität, wodurch es zu Stromverlust kommt und die Axon-Erregung unterbrochen oder verlangsamt werden kann.
- Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung mit Zerstörung/Umbau der Myelinscheiden im Gehirn und Rückenmark, wodurch saltatorische Erregungsleitung nicht mehr möglich ist.
- Schubförmig-remittierend (RRMS) zeigt Schübe mit teilweiser Erholung (häufigste Form, 85%), während PPMS kontinuierlich progredient ohne Schübe verläuft und SPMS aus RRMS entsteht und zunehmend ohne Remission progredient wird.
💡 Eselsbrücke
Myelin = Sprungbahnen: weniger Kanäle über die Strecke, Leitung springt an Ranvier—verliert das Myelin, stockt der Sprung.
📅 Wichtige Daten
| Datum | Ereignis |
|---|
| sek-min | Axotomie: lokale Depolarisation und Ca²⁺-Überflutung an der Bruchstelle |
| 1-6 h | Nach Axondurchtrennung: Aktionspotenziale distal langsamer/verschwinden, Wachstumskegel proximal |
| 24 h | Wallersche Degeneration: Myelinabbau und Axontrümmer-Clearance |
| 48-72 h | Nach Axondurchtrennung: distales Axon typischerweise vollständig abgebaut |
| Tage-Wochen | Transneuronale Degeneration setzt ein (retrograd/anterograd) |
📊 Übersichtstabellen
Sympathikus vs. Parasympathikus (Kernwirkungen)
| Organ/Struktur | Sympathikus | Parasympathikus |
|---|
| Herz | Herzfrequenz ↑ (β1) | Herzfrequenz ↓ (M2) |
| GI-Trakt | Motilität ↓ (α1) | Motilität ↑ (M3) |
| Pupille | Mydriasis (Dilatation) | Miosis (Konstriktion) |
| Bronchien | Dilatation (β2) | Konstriktion (M3) |
| Blase | Retention (α1) | Miktion (M3) |
⚠️ Häufige Fehler & Verwechslungen
- Sympathikus und Parasympathikus bei Herz/Frequenz vertauschen: Sympathikus HF↑ über β1, Parasympathikus HF↓ über M2.
- Rezeptorlogik falsch merken: β1 treibt das Herz, α1 zieht Gefäße zusammen, M2 bremst das Herz.
- ionotrop mit metabotrop verwechseln: nACh/Rezeptorkanäle sind ionotrop (Kanalpore öffnet direkt), Adrenozeptoren sind metabotrop (G-Protein).
- EPSP/IPSP mechanistisch verwechseln: exzitatorisch führt Depolarisation (Na⁺/K⁺-Zusammenwirken), inhibitorisch IPSP über Cl⁻-Hemmung/Hyperpolarisation.
- Schwelle am Axonhügel falsch einordnen: ca. -55 mV entscheiden über Aktionspotential ja/nein; bei Nichterreichen klingt das Signal ab.
- Myelinfolgen falsch ableiten: Demyelinisierung senkt Rm und erhöht Cm → Stromverlust → Unterbrechung/Verlangsamung bzw. „Sprünge“ gestört.
- Botulinum- vs. Tetanustoxin verwechseln: Botulinum stoppt Vesikel-Exozytose an NM-Endplatte (SNARE-Spaltung), Tetanus blockiert inhibitorische Interneurone (Glyzin/GABA-Freigabe).
✅ Prüfungs-Checkliste
- Definiere das vegetative Nervensystem und ordne es als Anteil des peripheren (mit übergeordneten Zentren im ZNS) ein.
- Unterscheide Sympathikus vs. Parasympathikus anhand von Transmittern, Rezeptorarten (adreno-/muskarinerge Rezeptoren) und Wirkungen an Herz, GI, Blase, Pupille, Bronchien.
- Erkläre die Wirkung von Adrenalin in Anaphylaxie über α1 (Vasokonstriktion), β2 (Bronchodilatation) und β1 (Herzstimulation) und die Logik von Atropin bei Bradykardie (M2-Blockade).
- Ordne nACh- und Adrenozeptoren korrekt als ionotrop (ligandengesteuerte Ionenkanäle) vs. metabotrop (G-Protein) ein.
- Beschreibe den Unterschied ionotrope vs. metabotrope Rezeptorwirkung (direkte Kanalöffnung vs. zelluläre Signalwege) und nenne die zentralen Transmitter Glutamat, GABA, Glycin, Acetylcholin.
- Erkläre Entstehung und Weiterleitung des Aktionspotentials: Axonhügel mit Schwellenpotential ca. -55 mV, Nav-Aktivierung/Depolarisation, Nav-Inaktivierung (~1 ms) und Refraktärperiode.
- Beschreibe die Erregungsleitung im myelinisierten Axon (saltatorisch über Ranvier-Schnürringe) und die Rolle der Kanalverteilung: Nav vor allem an Ranvier, fehlende Kanäle im Internodium verhindern Reexzitation.
- Leite die Folgen der Demyelinisierung aus Rm↓ und Cm↑ ab (Stromverlust) und nenne, warum bei Multipler Sklerose die saltatorische Erregungsleitung nicht mehr möglich ist.
- Ordne axonalen Transport ein: antegrader vs. retrograder Transport (Motorproteine) und klinische Relevanz (HSV/Tollwut: Latenz bzw. langsames Zeitfenster der PEP).
- Beschreibe synaptische Übertragung und Modulation über Rezeptoren sowie präsynaptische Mechanismen: Ca²⁺-abhängige Vesikelfusion, Bahnung vs. Hemmung und Neuromodulation als synaptische Effekteränderung.
- Erkläre Toxinmechanismen und typische Folgen: Botulinumtoxin (SNARE-Spaltung → keine Exozytose → schlaffe Lähmung) und Tetanustoxin (SNARE-Spaltung in inhibitorischen Interneuronen → spastische Lähmung).
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